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Schönheit ist kein Luxus | Villa Rothschild Cannes

Der Titel mag vielleicht provokant vorkommen – Schönheit ist kein Luxus. Gerade wenn es um die Côte d’Azur geht. Südfrankreich gilt als Sinnbild für Luxus, aber in diesem Blogpost geht es nicht darum. Es geht um unser Bedürfnis nach Schönheit. Ich würde sogar sagen: Es ist ein Grundbedürfnis, das wir in uns tragen. Genau hier, in der Villa Rothschild in Cannes, ist mir das so richtig bewusst geworden. Die meisten Menschen fahren an die Côte d’Azur wegen der Strände, der Filmfestspiele in Cannes oder wegen des Feelings vom Luxusleben. Ich liebe die Côte d’Azur nicht wegen all dem, sondern wegen der unglaublichen Schönheit der Küste, wegen der vielen kleinen besonderen Orte wie Ramatuelle oder den malerischen Buchten in Le Lavandou und wegen des Flairs der 60er-Jahre, das hier noch voll erhalten geblieben ist. Mich faszinieren Orte wie die Villa Rothschild in Cannes nicht wegen ihrer Pracht, sondern weil sie von einer Zeit erzählen, in der Schönheit als Wert verstanden wurde: die Belle Époque. Und genau das ist für mich der Grund, warum die Côte d’Azur zu den schönsten Locations Europas gehört und warum man sie unbedingt einmal gesehen haben sollte.

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VILLA ROTHSCHILD – EIN SINNBILD DER BELLE ÉPOQUE

Mein persönliches Bedürfnis nach Schönheit und Ästhetik ist riesig. Wenn ich mich dauerhaft in einer nicht schönen Umgebung befinde – und die eigene Wohnung ist hier besonders wichtig – tut es mir fast körperlich weh. Ich finde keine Ruhe, bis ich alles um mich herum so eingerichtet habe, dass es meinem Empfinden von Schönheit entspricht. Als ich das erste Mal vor vielen Jahren an die Côte d’Azur gekommen bin, dachte ich sofort: Das ist mein Paradies! Ich hab’s gefunden! Ende des 19. Jahrhunderts ist an der Côte d’Azur eine Welt entstanden, in der Architektur, Gärten und Landschaft ein unglaublich schönes, ganzheitliches Bild ergeben haben, das bis heute als Legende dieser Zeit existiert. Man wollte damals nicht einfach nur Häuser bauen. Man wollte Schönheit erschaffen. Aus dieser Haltung haben sich eine Philosophie der Leichtigkeit, der Sorglosigkeit und der puren Vitalität entwickelt – zumindest empfinde ich es so. Die Côte d’Azur ist bis heute ein Symbol für das Authentische und Unmittelbare, für das schwerelose Gefühl des Lebens und für das Sinnliche geblieben. Sonne und Meer bringen vor allem eines mit sich: Sinnlichkeit.

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Das ist übrigens mein Rezept Nummer eins, um wieder zu mir selbst zu finden, wenn ich durch Alltagsstress und Hektik von mir weggetriftet bin. Das Leben in der Großstadt bringt das zwangsläufig mit sich. Das Einzige, was hilft, ist zur eigenen Körperlichkeit zurückzufinden, sich zu erden und aus dem kopfgesteuerten Modus wieder in eine ganzheitliche Wahrnehmung umzuschalten. Dafür reichen oft schon Kleinigkeiten: den Kaffee riechen, die Sonne auf der Haut spüren, leichten Muskelkater nach dem Sport haben, lachen, lieben, leben. Und das absolut hundertprozentig wirksame Mittel ist: an die Côte d’Azur zu fahren.

REISEN AN SCHÖNE ORTE IST EINE INVESTITION – IN SICH SELBST, IN DIE EIGENE LEBENSQUALITÄT, IN DIE ZUKUNFT

Aber da bin ich vom eigentlichen Thema weggekommen – davon, warum man die Côte d’Azur unbedingt sehen sollte. Weil sie genau das alles gibt: Sonne, Meer, Brise, das Gefühl des ewigen Sommers und die Leichtigkeit des Lebens. Nicht umsonst hat meine Lieblingsautorin Françoise Sagan in den frühen 1950er-Jahren die Pariser Bohème nach Saint-Tropez gebracht und seitdem ist das ehemalige Fischerdorf zu einem der berühmtesten Orte der Welt geworden. Der Ort ist wirklich magisch und ich lade hier jedes Mal meine Batterien so auf, dass es mir mindestens noch für ein halbes Jahr bei mir daheim in München reicht.

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Die schönsten Reiseziele in Südfrankreich La Blonde

Heute optimieren wir unsere Zeit. Jeder kennt den Druck, überall alles schaffen zu müssen. Wir sind so gut in unserer Lebensoptimierung geworden, wir sind wahre Genies in Effizienz und Selbstwirksamkeit – und leider viel zu oft genau deswegen gestresst. Damals investierte man Zeit in Schönheit. Man hat sich Zeit genommen, nicht nur zum Leben, sondern auch dazu, schöne Dinge zu erschaffen. Ohne sich ständig zu hinterfragen und ohne der unsichtbaren Zensur der Gegenwart zum Opfer zu fallen. Genau das gibt die Côte d’Azur zurück, wenn man dort ist: genau das, was wir in unseren gestressten Großstädten mit unseren Lieferservices und perfekten Verkehrsverbindungen oft nicht mehr finden. Das ist das eigentliche Geheimnis: Um im Leben anzukommen, muss man sich Zeit nehmen. Zeit, um zum Markt zu gehen, frische Garnelen und Gemüse zu holen und eine Himbeertarte in der Pâtisserie zu kaufen. Zeit, um eine ganze Viertelstunde in den Himmel zu schauen, dem Wellenschlag am Steg zuzuhören, den Sand unter den Füßen zu spüren. Und genau diese Zeit schafft den Raum für Schönheit. Wer Zeit hat und sich nicht ständig beeilen muss, sieht die Schönheit überall.

Nach vielen Reisen bin ich davon überzeugt, dass Schönheit nichts Optionales ist. Kein Luxus, kein Nice-to-have, kein überflüssiger Zusatz zum Leben, sondern ein tief liegendes Grundbedürfnis. Wir formen unsere Gebäude, danach formen sie uns – meinte Churchill – und dieser Satz bezieht sich nicht nur auf Architektur. Unsere Umgebung wirkt unmittelbar auf uns und auf unser Wohlbefinden. Sonst hätte es dieses Streben nach Schönheit nicht schon immer gegeben und die Welt wäre rein funktional und nicht voller Kunst, Architektur und schöner Orte geworden. Das Streben nach Schönheit und das Bedürfnis, etwas Schönes zu erschaffen und zu erleben, ist vielleicht eines der Dinge, die Menschen aller Zeiten und Kulturen am stärksten miteinander verbinden. Und genau das ist auch das zentrale Thema meines Blogs. Ich schreibe nicht über Reisen und Locations, nicht über Brands und Konsum, sondern über Schönheit und das eng mit ihr verbundene Thema Lebensqualität. Hier in meinem Blog findet ihr keine Reiserouten, keine Informationen über Parkplätze und Ticketpreise. Sondern das Gefühl, das man bekommt, wenn man an eine bestimmte Location reist. Ich hoffe sehr, dass ich euch das Besondere vermitteln und euch für eure nächste Reise inspirieren kann.

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„Man versehe mich mit Luxus,
auf alles Notwendige kann ich verzichten“

Oscar Wilde

Natürlich ist Schönheit Luxus. Aber nicht im Preis. Die Sonne, das Meeresrauschen und die unfassbar schönen Sonnenuntergänge an der Côte d’Azur gibt es für alle umsonst. Und auch die Villa Rothschild in Cannes ist als öffentliche Mediathek für alle frei zugänglich. Was wahrer Luxus ist, ist der Wert all dieser Erlebnisse. Ein Luxus, auf den man niemals verzichten sollte. Menschen gönnen sich Reisen. Sie investieren in Kunst, sie kaufen Blumen, sie richten ihre Wohnung schön ein – warum? All das ist vergänglich und nicht unbedingt notwendig. Ich habe für mich persönlich die Antwort auf diese Frage gefunden: All diese Eindrücke verändern uns. Sie machen uns besser. Offener. Freier. Wir bekommen damit eine dauerhafte Energiequelle, die uns inspiriert, motiviert und weiterbringt.

 

Und darauf möchte ich, wie Oscar Wilde, niemals verzichten.

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